Das Tausend-Autoren-Buch
Textbaustein von Lukrezia

Das Herbstlaub ließ sich gerade erst von seinen heimatlichen Ästen fallen, als ich in die Gegend zurückkam, die ich früher Heimat nannte. Viel hatte sich verändert. So scheint es wohl immer wenn man lange nicht mehr an dem Ort war wo die eigene Wiege stand. Die Gartenzäune sind geschrumpft, die Maisfelder überragen einen nicht mehr und der ein oder andere hat einen neuen Briefkasten oder ein neues Hoftor. Und dennoch konnte ich mit traumwandlerischer Sicherheit den Weg gehen auf den ich geschickt wurde. Der alte Mann, der uns als Kinder immer so einschüchternd auf uns gewirkt hat, wohnte am Ende genau dieser langen Straße, der einzigen im Ort. An seine Türe musste ich noch klopfen, und mein Auftrag wäre erfüllt. Nicht dass mir daran gelegen wäre jemandem weh zu tun. Im Gegenteil ich versuchte es zu vermeiden. Es hätte mir leid getan. Schon als wir noch Kinder waren war dieser Mann alt wie Stein. Vielleicht war es auch nur eine sentimentale Erinnerung eine meine Eltern und ihre Erziehung oder vielleicht glaubte ich auch nur dass ich sentimental und menancholisch werden müsste wenn ich hier war.

Tatsache war aber dass ich diesen Auftrag zu Ende bringen musste, ganz ohne Melancholie, geschweige denn Sentimentalität, denn mit meinen Auftraggebern war nicht zu spaßen. So versuchte ich mich also auf die Gartenzäune, und die Briefkästen zu konzentrieren als ich an der alten Holztür schellte, die der alte Mann wohl immer noch nicht hatte ausbessern lassen.

 

Das ist nur mal so ein Vorschlag, der natürlich noch ausbaufähig, und ganz sicher verbesserungswürdig ist, als Idee wenn sie sich das Buch holt.

Lukrezia am 12.11.10 21:41


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